
Vier Zahlen, die den Unterschied beschreiben
1. 41,2 Prozent. So hoch ist laut Apples Gebrauchsanweisung zur Hypertonie-Benachrichtigung die Sensitivität der Funktion, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 37,2 bis 45,3. In der Zulassungsstudie mit 1.863 auswertbaren Teilnehmenden erkannte die Uhr damit weniger als die Hälfte der Betroffenen. Bei ausgeprägterem Bluthochdruck steigt der Wert auf 53,7 Prozent.
2. 92,3 Prozent. So hoch ist die Spezifität. Rund acht von hundert Personen ohne Bluthochdruck erhalten demnach einen Hinweis, obwohl keiner vorliegt.
3. 30 Tage. So lang ist das Auswertungsfenster vor einer möglichen Benachrichtigung, und darin müssen mindestens 14 Tage Wachdaten liegen. Die Funktion ist auf Erwachsene ab 22 Jahren ohne bestehende Hypertonie-Diagnose begrenzt und auf die Modelle Series 9, Series 10, Series 11, Ultra 2 und Ultra 3; die Apple Watch SE ist ausgenommen.
4. 0 mmHg. So viele Blutdruckwerte gibt die Funktion aus. Sie ist als Screening-Werkzeug freigegeben und laut Herstellerangabe ausdrücklich nicht dafür bestimmt, herkömmliche Diagnoseverfahren zu ersetzen, einen Therapieerfolg zu überwachen oder als Methode der Blutdrucküberwachung zu dienen.
Warum am Handgelenk keine Zahl entsteht
Die Funktion arbeitet mit den optischen Sensoren am Handgelenk, die den Puls erfassen, nicht mit einem Drucksensor. Aus dem Verlauf dieser Signale schließt ein Algorithmus über Wochen auf ein Muster, das mit Bluthochdruck einhergeht. Ein Druckwert entsteht dabei nicht, weil kein Druck gemessen wird. Was die Apple Watch beim Blutdruck tatsächlich tut, ist im BPER-Ratgeber ausführlich beschrieben.
Was eine Messung dagegen liefert
BPER zeichnet den Blutdruck manschettenbasiert über 60 Sekunden kontinuierlich auf und erfasst dabei bis zu 14.400 Datenpunkte je Messung: systolische und diastolische Werte in mmHg sowie Auffälligkeiten des Herzrhythmus. Das Gerät ist ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa, das Messverfahren wurde in Deutschland entwickelt. Der Unterschied ist damit kein Qualitätsurteil über die Uhr, sondern ein Unterschied der Aufgabe.
„Ein Hinweis ist eine Aufforderung nachzumessen, kein Messwert. Wer ihn als Messwert liest, überschätzt, was am Handgelenk technisch möglich ist“, sagt P. Lu, Geschäftsführer von BPER.
Wie andere die Funktion einordnen
Eine im Februar 2026 in JAMA veröffentlichte Auswertung von Forschenden der University of Utah und der University of Pennsylvania kam zu dem Ergebnis, dass rund 59 Prozent der Erwachsenen mit unerkanntem Bluthochdruck keinen Hinweis erhalten würden und dass die Aussagekraft eines Hinweises stark vom Alter abhängt. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2026 wurde festgehalten, dass algorithmische Benachrichtigungssysteme kein Ersatz für eine validierte Oberarmmessung und die ärztliche Einordnung sind. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt für die häusliche Selbstmessung validierte Geräte; wie deren Genauigkeit geprüft wird, regelt die DIN EN ISO 81060-2 mit 85 Probanden und 255 Vergleichsmessungen.
Verfügbarkeit und Hinweise
Der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder ist über bper.health erhältlich, die zugehörige App für iOS und Android ist kostenfrei, der Versand innerhalb Deutschlands ebenfalls; es gilt ein Rückgaberecht von 30 Tagen. Messwerte und Hinweise ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Als Grenze für die häusliche Selbstmessung gelten 135/85 mmHg; bei stark erhöhten Werten zusammen mit Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörungen ist der Notruf 112 zu wählen. Weitere Beiträge zur Messmethodik, darunter der Vergleich Handgelenk oder Oberarm, stehen im Ratgeber auf bper.health.
Die Brandsstock GmbH mit Sitz in Hamburg entwickelt und vertreibt unter der Marke BPER Medizintechnik für die häusliche Blutdruckbeobachtung. Kernprodukt ist der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder, ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa, das den Blutdruck manschettenbasiert über 60 Sekunden kontinuierlich aufzeichnet und neben den Druckwerten auch Herzrhythmus-Auffälligkeiten erfasst. Das Messverfahren wurde in Deutschland entwickelt. Ergänzend betreibt BPER unter bper.health einen redaktionellen Ratgeber zu Blutdruck, Messmethodik und Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Pressekontakt
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