Rollschienen im Materialfluss: Mit FIFO, Karakuri und Lean Production effizienter bereitstellen

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Materialfluss mit einfachen Mitteln gestalten
In Produktions- und Logistikbereichen müssen Behälter, Werkstücke und Materialien regelmäßig zwischen verschiedenen Stationen bewegt und bereitgestellt werden. Dabei stellt sich immer wieder die gleiche Frage: Wie lässt sich der Materialfluss möglichst einfach, übersichtlich und passend zum jeweiligen Prozess gestalten?

Rollschienen können dabei eine wichtige Rolle übernehmen. Sie ermöglichen es, Ladungsträger auf Rollen zu bewegen und Material entlang einer definierten Strecke bereitzustellen oder weiterzugeben. Je nach Aufbau können sie beispielsweise in Durchlaufregalen, Materialbereitstellungen, Arbeitsplatzsystemen oder individuellen Förderstrecken eingesetzt werden.

Der Vorteil liegt in der vergleichsweise einfachen mechanischen Konstruktion. Statt für jede Bewegung eine aufwendige technische Lösung vorzusehen, kann der Materialfluss mit passenden Komponenten gezielt unterstützt werden. Entscheidend ist dabei immer die konkrete Anwendung: Fördergut, Gewicht, Abmessungen, Bewegungsrichtung und gewünschter Ablauf bestimmen, welche Rollschienenlösung sinnvoll ist.

Rollschienen passend zum Materialfluss planen
Eine Rollschiene allein macht noch keinen funktionierenden Materialfluss. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Gewicht und Abmessungen des Förderguts beeinflussen beispielsweise die benötigte Tragfähigkeit und den passenden Rollenabstand. Auch die Unterseite eines Behälters oder Werkstücks spielt eine Rolle. Unterschiedliche Aufstandsflächen können unterschiedliche Anforderungen an Rollenform und Rollenabstand stellen.

Bei der Planung muss außerdem berücksichtigt werden, wie sich das Fördergut bewegen soll. Wird ein Behälter auf einer geraden Strecke von einer Bereitstellungsposition zu einem Arbeitsplatz geführt, sind andere Anforderungen zu berücksichtigen als bei einer Übergabestelle, an der ein Werkstück flexibel bewegt werden soll.

Auch die Seitenführung kann entscheidend sein. Sie hält Behälter und Werkstücke auf der vorgesehenen Strecke und verhindert, dass das Fördergut seitlich von der Rollschiene abkommt. Je nach Aufbau können dafür unterschiedliche Führungslösungen eingesetzt werden.

Damit wird deutlich: Die Auswahl einer Rollschiene sollte nicht isoliert betrachtet werden. Erst die Abstimmung von Rollen, Führung, Unterkonstruktion und Fördergut sorgt dafür, dass die gewünschte Bewegung zuverlässig funktioniert.

FIFO schafft Ordnung in der Materialbereitstellung
Eine typische Anwendung von Rollschienen findet sich in der Materialbereitstellung. Werden Behälter auf einer definierten Strecke bereitgestellt, können sie gezielt in einer bestimmten Reihenfolge bewegt und entnommen werden.

Besonders interessant ist dabei das FIFO-Prinzip – First In, First Out. Das zuerst bereitgestellte Material wird auch zuerst entnommen. Bei einem entsprechend aufgebauten Durchlaufregal erfolgt die Befüllung auf der einen und die Entnahme auf der anderen Seite. Nach der Entnahme kann der nächste Behälter auf der Strecke nachrücken.

Das schafft eine klare Trennung zwischen Materialnachschub und Materialentnahme. Gleichzeitig lässt sich der Materialbestand innerhalb eines definierten Bereichs besser strukturieren.

Im Lean-Umfeld spielt FIFO eine wichtige Rolle, weil Materialflüsse zwischen verschiedenen Prozessschritten dadurch übersichtlich organisiert werden können. Statt Materialien ungeordnet an einem Arbeitsplatz zu sammeln, wird festgelegt, wo Material bereitgestellt wird, wie es nachgeführt wird und in welcher Reihenfolge es verwendet werden soll.

Rollschienen können dabei als einfaches mechanisches Element eingesetzt werden, um diese Abläufe umzusetzen.

Von der Materialbereitstellung zum Arbeitsplatz
Rollschienen sind nicht ausschließlich für klassische Regallösungen interessant. Auch direkt am Arbeitsplatz können sie Teil einer ergonomischen und übersichtlichen Materialversorgung sein.

Kleinteile, Behälter oder Komponenten lassen sich beispielsweise so anordnen, dass sie für Mitarbeitende gut erreichbar sind und gleichzeitig gezielt nachgeführt werden können. Dadurch kann der Materialfluss näher an den tatsächlichen Verbrauchsprozess gebracht werden.

Das passt zum Grundgedanken von Lean Production: Material soll möglichst dort verfügbar sein, wo es benötigt wird, ohne unnötige Zwischenlager oder zusätzliche Wege zu erzeugen.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Komponenten einzusetzen. Entscheidend ist vielmehr, den tatsächlichen Prozess zu betrachten und eine Lösung zu entwickeln, die den Materialfluss sinnvoll unterstützt.

Karakuri: Mechanik statt unnötiger Komplexität
Besonders interessant wird der Einsatz von Rollschienen in Verbindung mit dem Karakuri-Prinzip.

Karakuri beschreibt im Lean-Umfeld einfache mechanische Lösungen, bei denen physikalische Kräfte und mechanische Elemente genutzt werden, um Abläufe zu unterstützen. Dazu können beispielsweise Rollen, Hebel, Seile, Gegengewichte oder die Schwerkraft gehören.

Das Ziel ist nicht, möglichst viel Technik einzusetzen, sondern eine Aufgabe mit einfachen Mitteln zu lösen. Eine Bewegung kann dabei beispielsweise eine weitere mechanische Aktion auslösen oder vorhandene Kräfte können für den Materialfluss genutzt werden.

Rollschienen können in solchen Konstruktionen ein Baustein sein. Je nach Aufbau kann beispielsweise die Schwerkraft genutzt werden, um einen Behälter entlang einer Rollschienenstrecke zu bewegen. In Kombination mit weiteren mechanischen Elementen entstehen daraus individuelle Karakuri-Lösungen.

Der Vorteil eines solchen Ansatzes liegt in der einfachen und nachvollziehbaren Funktionsweise. Lösungen können ohne komplexe Steuerungen auskommen und lassen sich häufig direkt aus dem Prozess heraus entwickeln.

Für die Lean Production ist dieser Gedanke besonders interessant: Nicht jede Verbesserung benötigt eine aufwendige Automatisierung. Manchmal reicht eine gut durchdachte mechanische Lösung, um einen Materialfluss effizienter zu gestalten.

Unterschiedliche Anforderungen, unterschiedliche Rollschienen
Nicht jede Anwendung stellt dieselben Anforderungen an eine Rollschiene. Deshalb ist es wichtig, das Bewegungsprinzip bereits bei der Planung zu berücksichtigen.

Soll ein Ladungsträger gezielt von einer Position zu einer anderen bewegt werden, steht eine definierte Bewegungsrichtung im Vordergrund. Bei anderen Anwendungen kann es dagegen sinnvoll sein, Werkstücke oder Behälter in mehrere Richtungen bewegen zu können.

Auch die Auswahl des Rollenmaterials kann abhängig von der Anwendung relevant sein. Kunststoff, Gummi oder Stahl können unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich Belastbarkeit, Laufverhalten und Geräuschentwicklung bieten. Für bestimmte Einsatzbereiche können außerdem leitfähige Ausführungen erforderlich sein.

Damit wird die Rollschiene vom vermeintlich einfachen Einzelbauteil zu einem Bestandteil einer Gesamtlösung. Erst die Kombination aus passender Rollschiene, Unterkonstruktion, Führung und Fördergut ermöglicht einen zuverlässig funktionierenden Materialfluss.

Die unterschiedlichen Ausführungen und Bewegungsprinzipien bieten dabei die Möglichkeit, Lösungen gezielt auf den jeweiligen Prozess abzustimmen.

Modularität als Grundlage für flexible Lösungen
Produktionsabläufe verändern sich. Arbeitsplätze werden umgebaut, Behältergrößen wechseln oder Materialflüsse werden neu organisiert. Eine Lösung für den Materialfluss sollte deshalb möglichst nicht nur für den aktuellen Zustand funktionieren.

Modulare Systeme bieten hier einen wichtigen Vorteil. Komponenten können miteinander kombiniert und Konstruktionen bei Bedarf verändert oder erweitert werden.

BeeWaTec verbindet Rollschienen mit einem modularen Rohr- und Profilsystem. Dadurch lassen sich unter anderem Durchlaufregale, Materialbereitstellungen, Arbeitsplatzlösungen und individuelle Karakuri-Konstruktionen realisieren.

Der modulare Aufbau ermöglicht es, Konstruktionen an unterschiedliche räumliche und prozessuale Anforderungen anzupassen. Wird eine Materialbereitstellung verändert, können bestehende Konstruktionen entsprechend umgebaut werden, anstatt vollständig neu geplant werden zu müssen.

Gerade im Lean-Umfeld ist diese Flexibilität relevant. Produktionssysteme sollen nicht statisch sein, sondern sich gemeinsam mit den Prozessen weiterentwickeln können.

Rollschienen als Teil eines ganzheitlichen Lean-Ansatzes
Die eigentliche Stärke von Rollschienen liegt deshalb nicht allein in ihrer Funktion als Rollenprofil. Interessant werden sie vor allem als Bestandteil eines durchdachten Materialflusses.

Sie können dabei helfen, Material gezielt bereitzustellen, Bewegungsabläufe zu strukturieren, FIFO-Prozesse zu unterstützen oder gemeinsam mit weiteren mechanischen Komponenten Karakuri-Lösungen umzusetzen.

Gleichzeitig zeigt das Beispiel Rollschiene, dass Lean Production nicht automatisch mit komplexer Automatisierung verbunden sein muss. Ein gut geplanter Materialfluss kann häufig mit einfachen mechanischen Mitteln unterstützt werden.

Entscheidend ist, zunächst den Prozess zu verstehen: Wo entsteht Material? Wo wird es benötigt? Welche Bewegungen sind tatsächlich notwendig? Welche Kräfte können genutzt werden? Und wie kann die Lösung so aufgebaut werden, dass sie bei zukünftigen Veränderungen angepasst werden kann?

Aus diesen Fragen entsteht eine Lösung, die nicht nur technisch funktioniert, sondern den tatsächlichen Arbeitsablauf unterstützt.

Fazit: Einfaches Prinzip, vielseitige Anwendung
Rollschienen können einen wichtigen Beitrag zu übersichtlichen und flexiblen Materialflüssen leisten. Von der Materialbereitstellung über Durchlaufregale bis hin zu Karakuri-Konstruktionen lassen sie sich für unterschiedliche Aufgaben einsetzen.

Dabei entscheidet nicht die Rollschiene allein über die Qualität der Lösung. Fördergut, Gewicht, Abmessungen, Rollenabstand, Führung und Bewegungsrichtung müssen zusammen betrachtet werden. Erst die passende Kombination der Komponenten sorgt für einen zuverlässigen Ablauf.

Im Lean-Umfeld bieten Rollschienen darüber hinaus die Möglichkeit, einfache mechanische Prinzipien sinnvoll einzusetzen. Gemeinsam mit modularen Rohr- und Profilsystemen entstehen Lösungen, die sich an den jeweiligen Prozess anpassen und bei Veränderungen weiterentwickeln lassen.

BeeWaTec verfolgt mit seinem modularen Lean-Baukasten genau diesen Ansatz: Komponenten wie Rollschienen werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Bausteine für individuelle Materialfluss-, Arbeitsplatz- und Karakuri-Lösungen eingesetzt.

So kann aus einem einfachen mechanischen Prinzip eine flexible Lösung für den täglichen Produktionsablauf entstehen.

Über die BeeWaTec AG

Die BeeWaTec Gruppe, mit Stammsitz im schwäbischen Pfullingen, ist mit einem flexiblen und innovativen Produktportfolio rund um Lean Manufacturing und Industrie 4.0 international vernetzt und verfügt über Tochtergesellschaften und Niederlassungen in Ungarn, Rumänien, Tschechien, Polen, Österreich und in der Schweiz. Mit seinem innovativen Baukastensystem für die schlanke Fertigung ist BeeWaTec einer der führenden Anbieter im deutschen Markt und konnte seine internationale Marktposition bei Lean- und Materialflusskomponenten kontinuierlich ausbauen. Hier bietet BeeWaTec zum Beispiel Produktions-Arbeitsplätze, Werkstatt-, Labor- und Lager-Ausrüstungen, Kommissioniersysteme, Intralogistik und fahrerlose Transportmittel.

Weitere Informationen unter www.beewatec.de

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