
Was der britische Händler für seine Lieferkette beschreibt, gilt ebenso für Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Betriebsmodell legt fest, wer welche Abläufe wie ausführt. Erst wenn diese Prozesse klar definiert und konsequent digital erfasst werden, entstehen Daten, mit denen KI-Anwendungen verlässlich arbeiten können.
Warum KI-Projekte im Einzelhandel häufig an der Datenqualität scheitern
Absatzprognosen und automatisierte Disposition basieren auf dem Bestand, den das Warenwirtschaftssystem ausweist. Im Filialalltag weicht dieser Buchbestand jedoch oft vom tatsächlichen Regalbestand ab. Die Ursachen sind meist alltäglich: Wareneingänge werden ungeprüft nach Lieferschein gebucht, Retouren bleiben tagelang unbearbeitet im Lager, und Umlagerungen zwischen Filialen werden noch auf Papier dokumentiert.
Für die KI sind diese Lücken unsichtbar. Rechnet sie mit Phantombeständen, bleibt die Nachbestellung aus, obwohl das Regal leer ist. Im Omnichannel-Handel führt das schnell zu stornierten Online-Bestellungen. Umgekehrt verursachen nicht erfasste Bestände Überbestellungen und damit Abschriften. Hinzu kommt Arbeitszeit, die für die manuelle Klärung von Differenzen verloren geht.
Welche Daten der Handel für den KI-Einsatz benötigt
Bestandszahlen allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, dass jede Veränderung nachvollziehbar dokumentiert wird: welche Ware wann, wo, von wem und aus welchem Grund bewegt wurde. Besonders relevant sind drei Datenbereiche:
- Warenbewegungen wie Wareneingang, Umlagerung, Retoure und Abschrift
- Inventur- und Korrekturbuchungen inklusive Differenzgrund
- Filialaufgaben wie Warenverräumung, Preisauszeichnung oder die Kommissionierung von Online-Bestellungen
Erst diese Prozessdaten zeigen, warum ein Bestand abweicht. Sie liefern der KI den Kontext, den reine Abverkaufsdaten nicht bieten.
Wie Händler Bestandsdaten zuverlässig erfassen können
Datenqualität entsteht dort, wo Ware bewegt wird: an der Rampe, im Lager und auf der Verkaufsfläche. Mobile, scanbasierte Abläufe ersetzen dabei Papierlisten und nachträgliche Buchungen. Hier setzt die COSYS Retail Management Software an. Die modulare Plattform digitalisiert operative Prozesse zwischen Filiale, Lager und Zentrale in einer gemeinsamen App, vom Wareneingang über die Inventur bis zu Fulfillment und Retourenmanagement.
Mit COSYS Task Management werden Aufgaben zentral verteilt und ihre Erledigung dokumentiert. Über die ERP-Anbindung fließen die erfassten Daten in das bestehende Warenwirtschaftssystem, das weiterhin das führende System bleibt. Händler können mit einem einzelnen Modul wie Inventur oder Retouren starten und die Retail Software später um weitere Module, Geräte oder Filialen erweitern. So bleiben Investition und Projektrisiko überschaubar.
Software, Hardware und Services aus einer Hand
Verlässliche Daten setzen zuverlässige Geräte voraus. COSYS ergänzt die Software um robuste MDEs und Tablets von Zebra, Honeywell und Datalogic, Mobildrucker für Etiketten, Smart Locker für die Warenabholung sowie Roboter für Lager und Fulfillment. Über MDE-Services und COSYS MDM werden die Geräte filialübergreifend einheitlich verwaltet und bleiben einsatzbereit.
Was KI im Retail mit sauberen Prozessdaten leisten kann
Liegen die Daten strukturiert vor, lassen sie sich mit der Prozessdatenanalyse von COSYS Business Intelligence auswerten. Die COSYS KI greift auf die im System erfassten Unternehmensdaten zu und beantwortet Fragen in natürlicher Sprache, etwa:
- „Welche drei Filialen hatten bei der letzten Inventur die höchsten Differenzen, und in welchen Warengruppen?“
- „Bei welchen Artikeln wurden im vergangenen Monat die meisten Korrekturbuchungen ohne Differenzgrund erfasst?“
- „Welche Retourengründe wurden im ersten Halbjahr am häufigsten erfasst?“
Filial- und Logistikverantwortliche müssen Exporte so nicht mehr manuell in Tabellen auswerten. Sie erkennen Muster schneller und können gezielt an den Ursachen von Bestandsdifferenzen ansetzen.
Womit Händler vor dem ersten KI-Projekt beginnen sollten
Praxistipp: Nehmen Sie sich eine Filiale und drei Artikel vor, die trotz ausgewiesenem Bestand regelmäßig im Regal fehlen. Verfolgen Sie gemeinsam mit dem Filialteam zwei Wochen lang, wie diese Artikel von der Anlieferung bis zum Verkauf durch die Prozesse laufen. Überall dort, wo der Warenfluss nicht mehr lückenlos nachvollziehbar ist, liegt der sinnvollste Ansatzpunkt für die Digitalisierung. So wird die Botschaft der NRF Retail’s Big Show Europe 2026 konkret umsetzbar, noch bevor der erste Algorithmus zum Einsatz kommt.
Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf (bei Hildesheim) besteht seit knapp 40 Jahren und ist eines der führenden Systemhäuser im Bereich mobiler Datenerfassungslösungen für Android und Windows. Ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1982 die Entwicklung von Identifikationssystemen vorantreibt und heute branchenspezifische Komplettlösungen für nahezu alle gängigen Geschäftsprozesse anbietet. Vom Prozessdesign und der Konzepterstellung, über die Implementierung der Hard- und Software bis hin zum Projektmanagement und maßgeschneiderten Wartungsverträgen, decken wir das komplette Leistungsspektrum der Systementwicklung, Integration und Betreuung ab. Des Weiteren bietet COSYS einen Reparaturservice, WLAN-Funkvermessung, sowie Lösungen für die Bauteil-Rückverfolgung mittels DPM-Codes.
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