
Warum Mosaikparkett im Jahresvergleich am stärksten verliert
Mosaikparkett besteht aus kleinformatigen Lamellen, die vor Ort verklebt, geschliffen und versiegelt werden. Nach Angaben des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie erklärt sich der Rückgang mit dem Mangel an Fachkräften bei den Parkettlegern. Die Betriebe greifen demnach häufiger zu oberflächenfertigen Produkten, die sich schneller und mit weniger Personal verlegen lassen. Verkauft wurde 2025 nur noch eine halbe Million Quadratmeter Mosaikparkett.
Dreischicht-Parkett trägt das gesamte Mengenwachstum des Jahres
Dreischichtige Fertigelemente sind werkseitig geschliffen und versiegelt und kommen fertig auf die Baustelle. Laut der Verbandsumfrage stieg ihr Absatz 2025 um fast 22 Prozent auf 3,1 Millionen Quadratmeter, während die Gesamtmenge bei 5,2 Millionen Quadratmeter lag. Der Umsatz der deutschen Parketthersteller legte im selben Zeitraum um 7,5 Prozent auf 183 Millionen Euro zu und blieb damit deutlich hinter dem Mengenwachstum zurück.
„Die Zahlen beschreiben keine Modeerscheinung, sondern eine Anpassung an knappes Personal. Wer heute einen Bodenaufbau plant, entscheidet damit auch über die Zahl der Arbeitsstunden auf der Baustelle“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was der Konjunkturbericht für das Ausbaugewerbe ausweist
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger zählen im Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) zu den Ausbaugewerken. Der Bericht für das erste Quartal 2026 wurde am 30. April 2026 abgeschlossen und stützt sich auf die Antworten von 23.564 Unternehmen aus allen Handwerksbereichen.
Für die Ausbaugewerke weist der Bericht diese Werte aus:
- 40 Prozent der Ausbaubetriebe berichten von guten Geschäften, 20 Prozent von schlechten.
- 111 Punkte Geschäftsklima, vier Zähler unter dem Vorjahreswert von 114 Punkten.
- 78 Prozent Auslastung der betrieblichen Kapazitäten, zwei Prozentpunkte weniger als zuvor.
- 9,9 Wochen Auftragsreichweite, ein Plus von 0,2 Wochen gegenüber der Vorumfrage.
- Minus 18 Punkte beim Auftragsbestandsindikator, nach einer Erholung um drei Zähler.
Der Untergrund entscheidet über die Verlegegeschwindigkeit
Oberflächenfertige Beläge verkürzen die Arbeit auf der Baustelle nur dann, wenn der Untergrund eben und tragfähig ist. Unebenheiten, die bei einer vollflächigen Verklebung noch im Kleberbett verschwinden, zeigen sich bei schwimmender Verlegung als Hohlstellen und als Knarren unter dem Fuß. Welche Schichtdicken sich mit einer selbstverlaufenden Ausgleichsmasse für Bodenbeläge erreichen lassen, gehört deshalb in dieselbe Kalkulation wie der Belag selbst.
Der Parkettabsatz ist 2025 also schneller gewachsen als der Umsatz, was auf sinkende Preise je Quadratmeter hindeutet. Für Betriebe, die im August 2026 Angebote für das Herbstgeschäft kalkulieren, verschiebt sich damit ein Teil der Wertschöpfung vom Material zur Vorarbeit am Untergrund.
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