Tageslicht wirkt sich positiv auf die Leistungsfähigkeit des Menschen aus. Andererseits sollten gerade in Schulbauten Überhitzung durch übermäßigen Sonneneintrag sowie störende Blendung vermieden werden. Bei der Planung der neuen Grundschule im sächsischen Wermsdorf ging das Büro IPROconsult auf diese Kriterien ein. Als Sonnenschutz für das Nullenergiegebäude wählten die Architekten das elektrochrome SageGlass® in Verbindung mit hochwärmedämmenden Schüco Profilen aus.

Bis vor kurzem lernten die Wermsdorfer Grundschüler noch in der ehemaligen Poststation der 5000-Einwohner-Gemeinde. Heute ist dort der Schülerhort eingezogen, und ein neues Schulhaus neben dem Altbau komplettiert den Ortskern. Als Nullenergiegebäude konzipiert, nutzt der Neubau hochmoderne Technologien. Eine Betonkernaktivierung in den Decken beheizt und kühlt das Haus. Eine zentrale Lüftungsanlage in Kombination mit Wärmepumpe und Wärmetauscher sorgt in den Räumen für eine ständige Zufuhr frischer, vortemperierter Luft. Das Dach hat eine Photovoltaikanlage, die in den Sommermonaten den überschüssig produzierten Strom an die Nachbargebäude abtritt. Eine intelligent geplante Regelungstechnik stimmt alle Haustechnikkomponenten aufeinander ab.

Eine wichtige Komponente des Energiekonzepts ist auch der bauliche Wärmeschutz. So wurde in allen transparenten Flächen der Gebäudehülle das elektrochrome, zonierbare SageGlass® des Herstellers Saint-Gobain in Verbindung mit hochwärmedämmenden Schüco Fassaden-, Fenster- und Türsystemen aus Aluminiuminstalliert (FWS 60.HI, AWS 90.SI+ und ADS 90.SI). Das elektronisch schaltbare Glas reguliert automatisch die Menge des Tageslichts, das ins Gebäude gelangt, und schützt Schüler und Lehrer durch seine Farbtönung vor Blendung. Der Sonnenschutz funktioniert bei Wind und Wetter – und trotz Verschattung kann man uneingeschränkt nach draußen sehen. „Wir wählten SageGlass® aus, weil dadurch ein komfortabler Sonnenschutz und ein behagliches Raumklima gewährleistet sind“, erklärt die projektverantwortliche Architektin Sabine Schlicke. Ihr Kollege Martin Fink ergänzt: „Ein weiterer Vorteil ist die Zonierung der Scheiben. Dadurch kann man gleichzeitig Licht in den Raum bringen und vor Blendung schützen.“

Jede Fensterfläche ist in zwei bis drei einzeln ansteuerbare Zonen eingeteilt. So erhellt Tageslicht den Raum, das durch den oberen Bereich fällt, während der restliche Fensterteil für ein blendfreies Arbeiten verschattet ist. Je nach Tageszeit, Lichteintrag und Innentemperatur verändern die Scheiben ihre Tönungsintensität. Dafür sorgt die automatische Steuerung, die an entsprechende Sensoren in der Fassade angeschlossen ist. Dadurch ändert sich auch das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes über den Tagesverlauf. Der Übergang zwischen den einzelnen Stufen ist fließend; Lehrer und Schüler bleiben dadurch ungestört. Neben dem Automatikmodus lassen sich die SageGlass®-Scheiben raumweise auch manuell bedienen, zum Beispiel dann, wenn am Computer gelernt wird.

Der Schulneubau wurde gefördert durch den EFRE der Europäischen Union (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung, Schulbauförderung Teil B Innovation). Geknüpft ist dieser an ein zweijähriges Monitoring. Die dafür verantwortliche HTWK Leipzig wird die ersten Ergebnisse voraussichtlich Ende des Schuljahres 2021/2022 liefern.

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