Neue zementfreie Ringspaltmasse

MC-Bauchemie hat zusammen mit der PORR Bau GmbH eine Ringspaltmasse auf Basis eines Geopolymers entwickelt, die für den Einsatz in quellfähigen Gebirgen geeignet ist. Die zementfreie Ringspaltmasse verhindert Quelldrücke, ist sulfatbeständig und stellt die Bettungseigenschaften der Tunnelröhren dauerhaft sicher. 

Beim maschinellen Tunnelvortrieb werden u.a. Tübbings zur Sicherung der Tunnelröhre eingebaut. Durch die Tunnelvortriebsmaschine entsteht verfahrensbedingt ein Spalt zwischen anstehendem Gebirge und der Tübbingröhre. Zur Kraftübertragung und zur Verminderung von Oberflächensetzungen muss dieser Ringspalt möglichst mit Verfüllmaterialien vollständig verfüllt werden. Diese werden allgemein als Ringspaltmörtel bezeichnet, wobei man grundsätzlich zwischen sogenannten 1K- und 2K-Ringspaltmörteln unterscheidet. Die 1K-Ringspaltmörtel sind betontechnologisch zusammengesetzt und enthalten Zement, Zusatzstoffe, Gesteinskörnungen und Wasser. Betonzusatzmittel steuern die speziellen Verarbeitungseigenschaften. 2K-Ringspaltmörtel bestehen aus Zement, Bentonit und Wasser. Hier stellen Stabilisatoren die Verarbeitungseigenschaften sicher sowie eine Verarbeitungszeit von 48 bis 72 Stunden ein. Es handelt sich hierbei um Suspensionen mit hohen Mengen an Überschusswasser, die über Kilometer gepumpt werden können und damit vergleichsweise einfach in der Anwendung sind. Im asiatischen Raum werden 2K-Ringspaltmörtel bereits seit vielen Jahren eingesetzt. In Deutschland wurden sie erstmalig beim Emscherprojekt, an der „Arge Emscher BA 40“, eingesetzt. Auch hier war MC-Bauchemie gemeinsam mit der PORR Bau maßgeblich an der Rezepturentwicklung beteiligt. MC lieferte alle notwendigen Additive und stellte die anwendungstechnische Unterstützung sicher.

Grenzen gängiger Ringspaltmörtelsysteme
Beide Verfahren haben ihre Vorteile, lassen sich jedoch nicht bei Durchörterung eines quellfähigen Gebirges, z.B. in anhydrithaltigem Gestein, einsetzen, da sie zementbasiert sind und Überschusswasser an das Nebengestein abgeben. Kommt Anhydrit mit Wasser in Kontakt, entsteht als Reaktionsprodukt Gips. Diese Reaktion geht mit einer Volumenvergrößerung von ca. 60 % einher! Die damit verbundenen Quelldrücke sind so enorm, dass es zu Hebungen an der Erdoberfläche kommen kann und unterirdische Bauwerke nachhaltig geschädigt oder gar zerstört werden können. Für den Einsatz in anhydrithaltigen Böden muss die Abgabe von Überschusswasser aus dem Ringspaltmörtel an das Nebengestein daher unterbunden werden. Dies ist mit zementgebundenen Baustoffen nicht möglich.


Ringspaltmasse bietet auch bei anhydrithaltigen Böden Sicherheit
Für diese Zwecke haben MC-Bauchemie und PORR Bau eine völlig neuartige Ringspaltmasse auf Basis eines Geopolymers entwickelt. Als Geopolymere werden anorganische Bindemittel bezeichnet, die keinen Zement enthalten und deren Struktur sich auf Alumosilikate zurückführen lässt. Das Bindemittel der neuen Ringspaltmasse besteht aus Hüttensand und Flugasche. Gesteinskörnungen werden als Stützkorn verwendet. An der Lisene, über die die Ringspaltmasse in den Ringraum eingebracht wird, wird ein Aktivator dazugegeben, der die Reaktion der Bindemittel auslöst.

Weiterhin enthält die Ringspaltmasse unterschiedliche Phosphate, die das Anquellen des Anhydrits unterbinden. Die betonähnlichen Eigenschaften der Ringspaltmasse erlauben die Produktion an einer Transportbetonanlage an der Baustelle. Die lange Verarbeitungszeit des Materials gibt Tunnelbauern mehr Flexibilität, da die Ringspaltmasse ohne Zugabe des Aktivators über lange Zeiträume ohne Veränderung gelagert werden kann. Die Ringspaltmasse wird zurzeit im anhydritführenden unausgelaugten Gipskeuper des Projektes „Stuttgart 21“ erfolgreich eingesetzt.

Über die MC-Bauchemie Müller GmbH + Co. KG

Die MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG ist einer der führenden internationalen Hersteller bauchemischer Produkte und Techniken. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Bottrop ist mit über 2.500 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern der Erde tätig und steht seit über 50 Jahren für wegweisende Lösungen zur Vergütung von Beton sowie zum Schutz und zur Instandhaltung von Bauwerken.

AUSZEICHNUNG MIT TOB JOB-ARBEITGEBERSIEGEL
MC-Bauchemie ist im Februar 2018 mit dem TOP JOB-Arbeitgebersiegel ausgezeichnet worden. Die von der zeag GmbH – Zentrum für Arbeitgeberattraktivität vergebene Auszeichnung erhalten Unternehmen, die sich auf besondere Art und Weise durch eine gesunde und gleichzeitig leistungsstarke Arbeitsplatzkultur verdient machen. Die Mitarbeiter attestierten der MC insbesondere in den Kategorien Kultur & Kommunikation, Mitarbeiterentwicklung & Perspektive sowie internes Unternehmertum besonders gute Qualitäten.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

MC-Bauchemie Müller GmbH + Co. KG
Am Kruppwald 1-8
46238 Bottrop
Telefon: +49 (2041) 101-0
Telefax: +49 (2041) 640-17
http://www.mc-bauchemie.de

Ansprechpartner:
Saki Moysidis
PR-Manager
Telefon: +49 (2041) 101640
Fax: +49 (2041) 101688
E-Mail: saki.moysidis@mc-bauchemie.de
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.