
Was sind emissionsarme Verfahren?
Emissionsarme Verfahren sind standardisierte, exakt beschriebene Arbeitsabläufe für ausgewählte Tätigkeiten an Materialien mit fest gebundenem Asbest und im niedrigen Risikobereich. Ihr Ziel ist, durch passende technische Maßnahmen und Abläufe die Freisetzung von Fasern zu minimieren. Das wiederum ermöglicht, die Anforderungen an die Arbeitssicherheit mit geringerem Aufwand zu erfüllen. Die einzelnen emissionsarmen Verfahren wurden vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) geprüft, in der DGUV Information 201-012 veröffentlicht und über die TRGS 519 in den Arbeitsschutz eingebunden.
Entscheidend für die Anerkennung als emissionsarmes Verfahren ist der messtechnische Nachweis, dass die Faserfreisetzung dauerhaft unterhalb der Akzeptanzkonzentration von 10.000 Fasern/m³ bleibt. Erreicht wird das durch die Kombination aus vorgegebener Gerätetechnik, direkter Absaugung an der Bearbeitungsstelle, Vorabscheidern, H-Saugern mit Asbestzulassung und einem festgelegten Arbeitsablauf, von dem nicht abgewichen werden darf.
Welche Vorteile bieten BT-Verfahren in der Praxis?
- geringerer baulicher Aufwand, da die Vollabschottung entfallen kann
- geringerer organisatorischer Aufwand, da Maßnahmen für die Arbeitssicherheit Arbeitsschutzes schnell und mit deutlich weniger Aufwand umgesetzt werden können
- belegbar niedrige Exposition, durch den messtechnischen Nachweis, dass die Faserkonzentration dauerhaft unterhalb der Grenzwerte bleibt
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass jeder einzelne Schritt exakt wie vorgegeben durchgeführt wird.
Für welche Arbeiten an asbesthaltigen Materialien eignen sich emissionsarme Verfahren?
Die BT-Verfahren sind ausschließlich für fest gebundene Materialien und den niedrigen Risikobereich vorgesehen. Bei schwach gebundenem Asbest bleibt die klassische Asbestsanierung mit Vollabschottung der einzige Weg.
Welches Verfahren infrage kommt, hängt von Bauteil, Material, Tätigkeit und Flächenumfang ab. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) hat eine Reihe von BT-Verfahren für bestimmte Aufgaben definiert:
- Bohren in Wänden und Decken mit asbesthaltiger Bekleidung: BT 30
- Ausstemmen von Wand- und Deckenbekleidungen über einen Kunststoffbeutel als Schleuse: BT 32
- Fräsarbeiten an ausgehärtetem asbesthaltigem Kleber auf festen mineralischen Untergründen wie Estrich oder Beton: BT 40, BT 43, BT 44
Die gesamte Liste der BT-Verfahren stellt das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) auf seiner Website zur Verfügung.
Worauf es bei BT-Verfahren in der Praxis ankommt
Eine Besonderheit der emissionsarmen Verfahren ist, dass Unternehmen keinen Ermessensspielraum bei der Auswahl der eingesetzten Geräte haben. Denn auch die exakt wie im Verfahren vorgegebene Zusammenstellung von Fräse, Vorabscheider, H-Sauger und Zubehör ist Teil der Anerkennung. Um es seinen Kunden einfacher zu machen – und böse Überraschungen zu vermeiden – bietet MKI komplette Verfahrenssets für unterschiedliche BT-Verfahren, zum Beispiel für Böden und Wände, zum Kauf und zur Miete.
Ergänzt um die verfahrensbezogenen BT-Einweisungen im eigenen Schulungszentrum oder vor Ort auf der Baustelle, die Fachberatung bei der Verfahrensauswahl und den Service, um die eingesetzte Technik im geprüften Zustand zu halten, wird daraus ein Komplettpaket, mit dem sich die strengen Vorgaben der emissionsarmen Verfahren in der Asbestsanierung in der Praxis zuverlässig erfüllen lassen.
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