
Statt für jede Anwendung eine vollständig eigenständige Insellösung zu entwickeln, setzte OCTUM auf eine skalierbare Systemplattform. Das Ziel war es, gemeinsame technische und organisatorische Standards zu schaffen und gleichzeitig genügend Flexibilität für die Besonderheiten der einzelnen Prüfaufgaben zu erhalten.
Unterschiedliche Anforderungen, gemeinsames Systemkonzept
In den verschiedenen Werken des Kunden kamen unterschiedliche Bauteile, Produktionsprozesse und Qualitätsanforderungen zusammen. Abhängig vom Produkt mussten beispielsweise andere Merkmale, Oberflächen, Geometrien oder Montagezustände geprüft werden.
Eine vollständige Standardisierung aller Prüfstationen war deshalb weder technisch sinnvoll noch wirtschaftlich zielführend. Gleichzeitig sollten unnötige Unterschiede zwischen den Standorten vermieden werden. Unterschiedliche Bedienkonzepte, Softwarestrukturen oder Schulungsanforderungen hätten den Aufwand für Betrieb, Betreuung und Weiterentwicklung dauerhaft erhöht.
Die zentrale Aufgabe bestand somit darin, eine gemeinsame Plattform zu entwickeln, die wiederverwendbare Standards mit anwendungsspezifischen Anpassungen verbindet.
Skalierbare Plattform statt einzelner Insellösungen
OCTUM entwickelte ein Systemkonzept, dessen grundlegende Architektur an den verschiedenen Standorten eingesetzt werden kann. Zentrale Komponenten, Softwarestrukturen und Bedienkonzepte wurden soweit möglich vereinheitlicht.
Auf dieser gemeinsamen Basis ließ sich jede Anwendung gezielt an die jeweilige Prüfaufgabe anpassen. Dazu gehörten insbesondere:
– die Auswahl geeigneter Kameras und Optiken,
– die Auslegung der Beleuchtung,
– die Anpassung von Bildaufnahme und Prüfalgorithmen,
– die Definition der relevanten Prüfmerkmale,
– die Einbindung in das jeweilige Maschinen- und Produktionsumfeld,
– sowie die Abstimmung der benötigten Schnittstellen.
Damit entstand keine starre Standardlösung, sondern eine modulare Plattform, die sich für unterschiedliche Produkte und Produktionsbedingungen konfigurieren lässt.
Optik und Beleuchtung werden an das Produkt angepasst
Gerade bei industriellen Bildverarbeitungssystemen entscheidet nicht allein die Software über die Zuverlässigkeit der Prüfung. Ebenso wichtig sind die Bildaufnahmebedingungen.
Metallische Oberflächen können beispielsweise Reflexionen erzeugen, während Kunststoffkomponenten abhängig von Material, Farbe und Oberflächenstruktur sehr unterschiedliche Kontraste aufweisen. Eine Beleuchtung, die bei einem Bauteil zuverlässig funktioniert, muss daher nicht automatisch für eine andere Anwendung geeignet sein.
Aus diesem Grund wurden Kamera, Optik und Beleuchtung für jede Prüfaufgabe individuell ausgelegt. Die gemeinsame Systemplattform blieb dabei erhalten, während die bildgebenden Komponenten und Prüfparameter an die jeweilige Anwendung angepasst wurden.
Einheitliche Bedienung erleichtert den standortübergreifenden Einsatz
Neben der technischen Prüfung spielte auch die Bedienbarkeit eine wichtige Rolle. Die Systeme sollten von den Mitarbeitenden in den verschiedenen Werken nach vergleichbaren Prinzipien genutzt werden können.
Eine einheitliche Bedienoberfläche reduziert den Einarbeitungsaufwand und erleichtert den Erfahrungsaustausch zwischen den Standorten. Bediener, Instandhaltung und Qualitätssicherung arbeiten dadurch mit vertrauten Strukturen – auch wenn sich die konkret geprüften Produkte unterscheiden.
Gleichzeitig können Schulungsinhalte standortübergreifend aufgebaut werden. Grundlagen zur Systembedienung, Benutzerverwaltung, Fehleranalyse oder Programmauswahl müssen nicht für jede Anwendung vollständig neu entwickelt werden. Anwendungsspezifische Inhalte ergänzen das gemeinsame Schulungskonzept.
Vorteile für Betrieb, Service und Weiterentwicklung
Die Plattformstrategie bietet dem Kunden nicht nur bei der Einführung der Systeme Vorteile. Auch im laufenden Betrieb ergeben sich positive Effekte.
Gemeinsame Standards vereinfachen unter anderem:
– die Betreuung der Systeme,
– die Schulung neuer Mitarbeitender,
– die Fehleranalyse,
– die Dokumentation,
– die Bereitstellung von Ersatz- und Erweiterungskomponenten,
– sowie die Übertragung bewährter Lösungen auf weitere Standorte.
Werden neue Prüfaufgaben ergänzt oder bestehende Produktionslinien erweitert, kann auf bereits etablierte Systembausteine und Erfahrungswerte zurückgegriffen werden. Dadurch lassen sich neue Anwendungen strukturiert aufbauen, ohne jedes Projekt technisch und organisatorisch vollständig neu beginnen zu müssen.
Gemeinsame Standards mit branchenspezifischen Feinheiten
Das Projektergebnis ist eine Bildverarbeitungslösung, die in unterschiedlichen Werken und Produktionsumgebungen eingesetzt werden kann. Die Systeme basieren auf gemeinsamen Standards, berücksichtigen jedoch weiterhin die Besonderheiten der jeweiligen Bauteile und Prüfprozesse.
Damit verbindet die Plattform zwei Anforderungen, die in standortübergreifenden Projekten häufig im Spannungsfeld stehen: Standardisierung und Flexibilität.
Der Kunde erhält eine konsistente Systemlandschaft mit vergleichbaren Bedien- und Schulungskonzepten. Gleichzeitig bleiben Optik, Beleuchtung, Software und Prüfabläufe flexibel genug, um unterschiedliche Materialien, Produktvarianten und Qualitätsmerkmale zuverlässig abzubilden.
Systemintegration als Grundlage für skalierbare Qualitätssicherung
Das Projekt zeigt, dass eine erfolgreiche Harmonisierung nicht bedeutet, jede Anwendung identisch umzusetzen. Entscheidend ist vielmehr, geeignete gemeinsame Standards zu definieren und diese dort gezielt anzupassen, wo es die jeweilige Prüfaufgabe erfordert.
OCTUM betrachtet dabei nicht nur einzelne Kameras oder Softwarealgorithmen. Kamera, Optik, Beleuchtung, Prüfsoftware, Schnittstellen und Maschinenumfeld werden als Gesamtsystem ausgelegt.
So entstehen skalierbare Bildverarbeitungslösungen, die sich über mehrere Standorte hinweg einsetzen und langfristig weiterentwickeln lassen – mit einer gemeinsamen technischen Basis und den notwendigen branchenspezifischen Feinheiten.
Seit 1996 liefern wir weltweit Systemlösungen zur Kontrolle von Produkten und Fertigungsprozessen. Unsere Bildverarbeitungslösungen zur Erkennung und Inspektion von Teilen produzieren wir für unsere Zielbranchen Pharma- und Medizintechnik, Healthcare, Automotive und vielen anderen mehr.
Für die optische Qualitätskontrolle und Materialflusssteuerung in der Serienfertigung entwickeln und realisieren wir individuelle Bildverarbeitungslösungen auf der Basis von weltweit verfügbaren und bewährten Technologien. Ein kompetentes und engagiertes Team setzt dabei Ihre Anforderungen innovativ in prozesssichere Lösungen um. Ein partnerschaftliches Verhältnis und ein fairer Umgang mit Kunden und Lieferanten sind uns dabei sehr wichtig. Der Aufbau und Ausbau langfristiger Geschäftsbeziehungen steht im Vordergrund unseres Handelns.
OCTUM ist der zuverlässige Partner von dessen Know-how auch Sie profitieren können. Je nach Kundenwunsch, liefern wir nur die Bildverarbeitungslösung oder zusammen mit unseren Partnerfirmen Komplettlösungen. Mit mehr als 6.000 produktionssicheren, installierten Systemlösungen zählt OCTUM zu den erfolgreichen Anbietern der Branche.
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