
Mit dem Fachforum „Werkstoffe im Dialog: Biocomposites und CFK zwischen Chancen und Praxis“ ist das Cross-Cluster-Projekt ReFiberTech erfolgreich gestartet. Gemeinsam mit dem Chemie-Cluster Bayern und dem Umweltcluster Bayern verfolgt MAI Carbon das Ziel, Kompetenzen zu bündeln und konkrete Lösungen für Recycling, Wiederverwertung und biobasierte Alternativen im Composite-Bereich zu entwickeln.
Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung wurde deutlich: Die Transformation hin zu nachhaltigen Faserverbundwerkstoffen ist in vollem Gange – gleichzeitig erfordern nachhaltige Composites ein Umdenken in Prozessen, Anwendungen und Geschäftsmodellen.
Naturfasern im Fokus – mit großem Potenzial und klaren Grenzen
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen biobasierte Materialien, insbesondere Naturfasern wie Hanf und Flachs. Sie eröffnen neue Perspektiven für CO₂-reduzierte Leichtbaulösungen und bieten interessante funktionale Eigenschaften, etwa in Bezug auf Schwingungsdämpfung oder Design. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ihr industrieller Einsatz kein Selbstläufer ist. Herausforderungen bestehen unter anderem bei der Materialkonsistenz, der Temperaturbeständigkeit sowie der Integration in bestehende Prozesse. Einigkeit bestand darin, dass Biocomposites kein direkter Ersatz für bestehende Materialien sind. Ihr Potenzial entfalten sie vor allem dann, wenn Anwendungen gezielt auf ihre Eigenschaften abgestimmt werden und neue Designansätze berücksichtigt werden.
Recycling und Zirkularität als entscheidende Hebel
Neben biobasierten Materialien rückte auch das Recycling von CFK stärker in den Fokus. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass recycelte Carbonfasern zunehmend leistungsfähige Anwendungen ermöglichen – vorausgesetzt, Materialeigenschaften, Prozesse und Einsatzbereiche werden passgenau zusammengeführt.
Über beide Veranstaltungstage hinweg zog sich eine klare Botschaft: Der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit liegt im systemischen Ansatz. Themen wie Design-for-Circularity, End-of-Life-Strategien und hybride Materialkonzepte gewinnen weiter an Bedeutung.
ReFiberTech: Kompetenzen bündeln und Innovationen vorantreiben
Mit ReFiberTech schafft MAI Carbon gemeinsam mit dem Chemie-Cluster Bayern und dem Umweltcluster Bayern eine Plattform, um genau diese Herausforderungen gezielt anzugehen. Ziel des Projekts ist es, Wissen aus Industrie und Forschung zu bündeln, transparent aufzubereiten und in konkrete Innovations- und Kooperationsprojekte zu überführen. Im Fokus stehen dabei:
- neue Ansätze für Recycling, ReUse und Repair,
- biobasierte Alternativen und grüne Matrixsysteme,
- sowie die Entwicklung praxisnaher Use Cases entlang der Wertschöpfungskette.
„Wir sehen ein enormes Potenzial in nachhaltigen Composites – gleichzeitig aber auch viele offene Fragen in der praktischen Umsetzung“, so Sven Blanck, Geschäftsführer MAI Carbon. „Mit ReFiberTech bringen wir die relevanten Akteure zusammen, um genau hier anzusetzen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Der Spitzencluster MAI Carbon des Composites United e.V. (CU) ist die bayerische Abteilung des CU und entstand 2012 im Rahmen der Spitzenclusterförderung des BMBF und wird noch heute vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Seitdem hat sich MAI Carbon zu einem international bekannten Netzwerk mit dem Schwerpunkt multimaterialer Leichtbau und Faserverbundtechnologie entwickelt und vereint ca. 110 Mitglieder aus verschiedenen Branchen. Durch seine intensiven Aktivitäten im Forschungs- und Entwicklungsbereich ist es MAI Carbon mit seinen Partnern gelungen, die Region zu einem global sichtbaren Innovationstreiber zu entwickeln. Weitere wichtige Handlungsfelder sind Internationalisierung, Bildung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit für die Mitglieder.
MAI Carbon
Am Technologiezentrum 5
86159 Augsburg
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http://www.mai-carbon.de
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