
Halle 5, Stand 5A07
In hochautomatisierten Hochregallagern werden Sicherheitsnetze häufig als sekundäre oder temporäre Maßnahme betrachtet. In der Praxis zählen sie jedoch zu den flexibelsten Sicherheitslösungen, um Menschen, Waren und Infrastruktur in intralogistischen Umgebungen zu schützen.
In vielen Projekten werden Sicherheitsnetze erst spät in der Bau- oder Inbetriebnahmephase berücksichtigt, meist als Reaktion auf erkannte Risiken. In solchen Fällen bleibt ihr Potenzial oft ungenutzt. Aus Erfahrung zeigt sich, dass Sicherheitsnetze am effektivsten sind, wenn sie frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Werden sie bereits in der Entwurfsphase berücksichtigt, lassen sie sich häufig mit nur geringen konstruktiven Anpassungen in Regalsysteme oder tragende Bauteile integrieren. Dies kann den Montageaufwand und die späteren Kosten deutlich reduzieren.
Eine der zentralen Herausforderungen besteht derzeit im Fehlen einer spezifischen Norm für permanente Sicherheitsnetzsysteme in automatisierten Regallagern. Mit klaren Planungsgrundlagen oder Leitlinien könnten Sicherheitsnetze bereits in der Designphase eines Lagers definiert werden. Dadurch ließen sich Schnittstellen zwischen Regalsystemen, Automatisierungstechnik und Sicherheitsmaßnahmen frühzeitig abstimmen, anstatt sie unter Zeitdruck auf der Baustelle zu lösen.
Gleichzeitig werden Sicherheitsnetze in manchen Projekten überschätzt. Sie gelten mitunter als universelle Lösung, die allein durch ihre Anwesenheit Sicherheit gewährleistet. Diese Annahme ist kritisch. Ein großflächiges Sicherheitsnetz, das ohne klares Befestigungskonzept und ohne strukturelle Logik installiert wird, bietet nicht automatisch wirksamen Schutz.
Fällt beispielsweise eine Palette aus einer Lagerebene in 30 Metern Höhe, kann es bei einem Netz ohne Zwischenabstützung zu einem erheblichen Durchhang kommen. In einem solchen Fall wird die Energie nicht kontrolliert aufgenommen. Das Netz ist zwar vorhanden, das tatsächliche Systemverhalten unter Last wurde jedoch nicht ausreichend berücksichtigt. Dies führt zu einer trügerischen Sicherheit.
Ein Sicherheitsnetz ohne klar definierte Befestigungsstrategie und technisches Verständnis schafft keine Sicherheit – es erzeugt lediglich deren Illusion.
Deshalb müssen Sicherheitsnetze als Teil eines Gesamtsystems verstanden werden und nicht als isoliertes Produkt. Ihre Wirksamkeit hängt von einer durchdachten Planung, definierten Lastabtragungen, Befestigungspunkten und realistischen Lastannahmen ab. In automatisierten Lagern sind Regalsysteme von Sprinklerleitungen, Diagonalverbänden, Kabeltrassen und Wartungswegen umgeben. Werden Sicherheitsnetze erst nachträglich integriert, entstehen häufig Kompromisse, die die Funktion beeinträchtigen und Montage sowie Wartung erschweren.
Auch wenn es derzeit keine offizielle internationale Norm für permanente Sicherheitsnetzsysteme in solchen Umgebungen gibt, bieten praktische Erfahrung, branchenspezifische Leitlinien und strukturierte Schulungskonzepte eine solide Grundlage für eine verantwortungsvolle Systemauslegung. Trainingsprogramme, wie sie beispielsweise innerhalb der Branche von Organisationen wie FASET gefördert werden, tragen dazu bei, ein gemeinsames technisches Verständnis für Lastverhalten, Befestigungsprinzipien und Montageanforderungen zu schaffen.
Mit einem klaren Montageplan und eindeutig definierten Verantwortlichkeiten können auch Montageteams aus dem Stahl- oder Regalbau Sicherheitsnetze sicher in ihren Arbeitsumfang integrieren. Diese Teams sind den Umgang mit komplexen Konstruktionen und tragenden Bauteilen gewohnt. Entscheidend ist nicht, wer das Netz montiert, sondern ob das System korrekt geplant und verstanden wurde.
Um sicherzustellen, dass Sicherheitsnetze ihre Funktion erfüllen, ist ein abgestimmter Ansatz erforderlich. Dieser umfasst eine frühzeitige Projektanalyse, systemspezifische Planung, präzise Fertigung und eine klare Montagestrategie. LOKET begleitet Projekte über diesen gesamten Prozess hinweg – von der Entwicklung des Sicherheitskonzepts und der Montageplanung über die Herstellung projektspezifischer Netzsysteme bis hin zur Montage vor Ort oder zur technischen Bauüberwachung bestehender Montageteams.
In hochautomatisierten Lagerumgebungen entsteht Sicherheit nicht durch einzelne Komponenten, sondern durch gut geplante Systeme.
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